Beitragsbild Kirchenjahr

FEST DARSTELLUNG DES HERRN

02. Februar 2024

Sr. M. Franziska ©: Mutter Gottes Arkaden, Kloster Zangberg

„Ein Ereignis wirft seine Schatten voraus“, sagt eine Redensart. Beim Fest der Darstellung des Herrn, im Volksmund „Mariä Lichtmess“, ist es andersherum: es strahlt ins Kirchenjahr hinein und verweist auf das, was da kommt. Im PV Ampfing leuchtet an diesem Abend noch einmal der Christbaum. 40 Tage nach Weihnachten bildete es ursprünglich, vor der Liturgiereform, den Abschluss der Weihnachtszeit. Das Fest beinhaltet die biblische Geschichte Lk 2.25 – 38: die Eltern Jesu bringen das Kind in den Tempel. Das Jesuskind ist durch die Beschneidung ein Jude geworden und Maria und Josef tun das, was alle jüdischen Eltern mit ihrem Erstgeborenen tun: In Erinnerung an die Pessach – Nacht wird jeder erstgeborene Sohn als Eigentum Gottes angesehen und ihm übergeben durch ein Opfer. Indem Lukas genau beschreibt, was sie opfern wird, deutlich: es sind einfache Leute. Nun kommen sie in den Tempel und begegnen mit dem Kind zwei Menschen. Sie heißen Simeon und Hanna. Vom Alter des Simeon wird nichts gesagt, durch den Gesang, den er gemäß dem Evangelisten Lukas anstimmt, das „Nunc dimittis“, eingegangen in das Nachtgebet der Kirche, gilt er als Greis. Sein Name Simeon bedeutet „Erhörung“, er ist also einer dessen langes und ausdauerndes Gebet erhört wurde. Gebet ist ein zentrales Thema bei Lukas. Der Name Hanna geht auf die hebräische Sprachwurzel „gnädig sein“, „sich erbarmen“ zurück. Weiter wird sie als die Tochter Penuels benannt: das bedeutet Angesicht Gottes, Anspielung auf die atl. Erzählung der Jakobsleiter. Sie ist 11 x 7 Jahre alt und ihre Ehe dauerte 7 Jahre. Sieben ist biblisch die Zahl der Vollkommenheit, d.h. sie hat ein erfülltes Leben gehabt, jetzt sieht sie das Angesicht des Gotteskindes. – Die Lichterprozession an diesem Tag entstand durch den antiken Brauch, dem Herrscher beim ersten Besuch der Stadt entgegenzuziehen. Ferner durch die Legende aus dem 5. Jahrhundert, auf dem Weg nach Bethlehem sei ein Kloster gewesen, das die Witwe Hikelia gegründet haben soll und die Mönche mit Kerzen ausgestattet haben soll. Ebenso durch den Vers Lk2.32: „… ein Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für dein Volk Israel…“ – So zeichnet dieses Fest Jesus als das Licht der Welt und damit auch ein Zeichen, dem auch widersprochen wird. Gottes Gnade, Weisheit und Stärke ruhen auf diesem Kind, sie sollen auf alle, die von ihm erleuchtet sind, übergehen: So werden alle Kerzen des Jahres geweiht.

Sr. M. Franziska