Beitragsbild Kirchenjahr

HOCHFEST DER OHNE ERBSÜNDE EMPFANGENEN JUNGFRAU

8. Dezember 2023

Sr. M. Franziska ©: Lourdes Mutter Gottes an der Außenmauer des Gartenbaus, Kloster Zangberg

Wieder ein Marienfest: dieses Hochfest im Advent wird genau 9 Monate vor dem Fest Mariä Geburt am 08. September gefeiert, so wie da Hochfest der Verkündigung des Herrn am 25. März neun Monate vor Weihnachten.- Es geht also nicht um die Jungfrauengeburt, sondern um die Empfängnis Mariens, die sog. „Unbefleckte Empfängnis“. Dieses Mariengeheimnis, wie man solche Glaubenslehren heißt, steht mit dem Wallfahrtsort Lourdes in Verbindung, deswegen die Darstellung der Muttergottes von Lourdes. – Es ist ein Fest, das nur indirekt biblischen Ursprung, wenn z.B. von Maria als der neuen Eva die Rede ist. Liturgisch hat dieses Fest seinen Ursprung im 9. Jahrhundert, erst am 8. Dezember 1854 erklärt Papst Pius IX. die Lehre der Unbefleckten Empfängnis verbindlich zum Dogma. – Was hat nun dieses Marienfest für ein Bedeutung? –  Jeder Mensch, ganz gleich wann und wo er geboren wird, wird in diese Welt, so wie sie ist, hineingeboren. Und ganz gleich unter welchen Bedingungen er seinen Lebensweg beginnen muss, er wird von Beginn seiner Existenz an, ja schon im Mutterleib, den Bedingungen dieser Welt ausgesetzt. Niemand kann sich seine Herkunft aussuchen. Auch nicht die Art und Weise seiner Entstehung. – Doch Gott hat jeden Menschen im Blick, ohne Ausnahme! Aber der Mensch hat nicht immer Gott im Blick. Bis hin zum Unglauben und der bedeutet nicht nur Gottesleugnung, sondern Misstrauen und zu glauben, Gott brauche es nicht. Die Geschichte von Adam und Eva im Paradiesgarten ist keine Alternative zur Evolution, auch keine Geschichte über eine giftige Obstsorte, sondern die Geschichte einer Beziehungskrise zwischen Gott und Mensch. Der Mensch „versaut“ sich selbst das Paradies, indem er glaubt, Gott gönne ihm etwas nicht, indem er seine Grenzen nicht anerkennen will.
In Maria startet Gott einen Neuanfang, den er in der Menschwerdung vollendet. Was Gott mit Maria beginnt, plant er für jeden Menschen. Der Mensch ist es, der Gottes Plan durchkreuzt. Das geflügelte Wort: „Der Mensch denkt und Gott lenkt.“ wird oft andersherum verstanden, als ob der Mensch Gottes Marionette wäre. Doch Gott setzt in Maria ein „Reset“, bestätigt durch ihr freies JA auf die Botschaft des Engels, das ER durch Jesus Christus in der Taufe für jeden von uns setzt.

Sr. M. Franziska