Beitragsbild Sonntagsimpulse

SONNTAGSIMPULS 07.04.2024

Zweiter Sonntag in der Osterzeit

„Wer sonst besiegt die Welt, außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?“ – 1 Joh 5. 5

Lied
„Jesus lebt, mit ihm auch ich“ – GL 318

Tagesgebet
Barmherziger Gott, durch die jährliche Osterfeier erneuerst du den Glauben deines Volkes. Lass uns immer tiefer erkennen, wie heilig das Bad der Taufe ist, das uns gereinigt hat, wie mächtig dein Geist, aus dem wir wiedergeboren sind, und wie kostbar das Blut, durch das wir erkauft sind. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Zweite Lesung: 1 Joh 5, 1–6
Schwestern und Brüder! 1Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott gezeugt und jeder, der den Vater liebt, liebt auch den, der aus ihm gezeugt ist. 2Daran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben: wenn wir Gott lieben und seine Gebote erfüllen. 3Denn darin besteht die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. 4Denn alles, was aus Gott gezeugt ist, besiegt die Welt. Und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube. 5Wer sonst besiegt die Welt, außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?
6Dieser ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist: Jesus Christus. Er ist nicht nur im Wasser gekommen, sondern im Wasser und im Blut. Und der Geist ist es, der Zeugnis ablegt;
denn der Geist ist die Wahrheit.

Betrachtung
Die Lichtspiele im Laufe des Tages sind es, was die Atmosphäre in unserer Zangberger Kirche ausmacht. Und an manchen Donnerstagabenden bei der Hl. Messe, wenn die Sonne im Westen steht, tut die langsam untergehende Sonne das Ihre den Christus am Kreuz zum Leuchten zu bringen, in immer neuem Licht erscheinen zu lassen.

Foto © Sr. Beata Maria: Altarkreuz in der Pfarrkirche Zangberg

Dieses überlebensgroße Kreuz, das aus dem Münchner Dom stammt, zeigt in der Pose einen triumphierenden Christus, nicht nur einen leidenden. Immer wieder habe ich bei Kinderkirchenführungen darauf hingewiesen. ES geht nicht darum, dass wir uns den leidenden Jesus am Kreuz annehmbarer zurecht geschnitzt haben, sondern um die Überwindung von Kreuz und Tod durch die Auferstehung. – Es geht uns oft wie dem Apostel Thomas, der im Evangelium des heutigen Sonntags mit seinem Zweifel an den Auferstehungserzählungen der anderen Apostel seine gewaltigen Zweifel hat. „Mein Herr und mein Gott!“ bekennt er am Ende, nachdem Jesus ihm entgegenkommt und ihm soz. „auf die Sprünge hilft“. Das Leid und das Böse in der Welt ist augenscheinlicher und leichter zu erkennen als der Durchbruch zur Auferstehung. – In der heutigen zweiten Lesung ist vom Sieg Gottes die Rede. „… alles, was aus Gott gezeugt ist, besiegt die Welt.“ Und der Sieg ist unser Glaube. An diesen Jesus, der der Christus ist, im Wasser, d.h. in seiner Taufe, in der er hinabgestiegen ist in alle menschlichen Abgründe, besiegelt durch sein Blut, das er am Kreuz vergossen hat für uns, damit wir niemanden mehr „kreuzigen“ müssen, nicht andere und nicht uns selbst. Und damit unser Kreuz im Tiefsten immer schon durchkreuzt ist. Unser Glaube besiegt die Welt, weil er „Sprengkraft“ hat, nicht zerstörerische, sondern gewissermaßen ein Loch aufreißt, den Blick frei gibt für das, was über diese Welt hinausgeht: die Liebe, die nicht aufhört, ein Lichtspiel, das nicht mehr eingeholt wird von der Dunkelheit. – Gebote sind nicht Verbote, sondern Hilfen zum Leben in einem wahren Geist: Genuss ist nicht falsch, aber er reicht nicht, Leben ist mehr. Und Liebe hat schon, wer Sehnsucht danach hat, sagt Franz von Sales.

Sr. Franziska v. Dohlen