Beitragsbild Sonntagsimpulse

SONNTAGSIMPULS 18.02.2024

Erster Fastensonntag

„Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Zeichen des Bundes werden zwischen mir und der Erde.“ – Gen 9.13

Lied
„Du Sonne der Gerechtigkeit“ – GL 269

Tagesgebet
Allmächtiger Gott, du schenkst uns die heiligen vierzig Tage als eine Zeit der Umkehr und der Buße. Gib uns durch ihre Feier die Gnade, dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten und die Kraft seiner Erlösungstat durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen. Darum bitten wir durch ihn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Erste Lesung: Gen 9, 8–15
8Gott sprach zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren: 9Ich bin es. Siehe, ich richte meinen Bund auf mit euch und mit euren Nachkommen nach euch 10und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Wildtieren der Erde bei euch, mit allen, die aus der Arche gekommen sind, mit allen Wildtieren der Erde überhaupt. 11Ich richte meinen Bund mit euch auf: Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben. 12Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen: 13Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Zeichen des Bundes werden zwischen mir und der Erde. 14Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, 15dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch verdirbt.

Foto © Sr. M. Franziska: Regenbogen über dem Plateau, Kloster Zangberg

Betrachtung
Wer kennt sie nicht, die Geschichte von der Arche Noah, in der alle Tiere Zuflucht finden vor der großen Flut! Viele bunte Bilder gibt es davon, auch für Kinder zum Ausmalen. –  Die heutige Lesung richtet den Blick auf das, was nach dem großen Happy End kommt: der Bundesschluss, der von Gott ausgeht, SEIN großes Versprechen an die Menschen (Gen 9.11): „Ich richte meinen Bund mit euch auf: Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben.“ – Fragt sich: was ist mit all den Hochwassern und Flutkatastrophen? Wir wissen es: Folgen des menschengemachten Klimawandels. – Meint Gott es mit seinem Versprechen doch nicht so ernst oder ist er weder Verursacher noch Verhinderer des Ganzen?  Der wissenschaftsgläubige Mensch sieht das so. Der alttestamentliche Mensch deutet alle schlimmen Dinge, die passieren in der Selbstreflexion als Strafe, als Folge des Zornes Gottes. Daraus kann man viele Ängste schüren oder nicht mehr daran glauben. – In der Tat: an einen zornigen und strafenden Gott brauchen wir nicht zu glauben! Auch nicht, wenn wir das Alte Testament lesen und ernstnehmen. Denn es geht um einen Gott, der nicht gleichgültig ist, dem der Mensch nicht „wurscht“ ist! Es geht im Ersten Testament viel um das Nachdenken des Volkes Gottes über seine Erfahrungen mit Gott, aus dieser Perspektive ist zu lesen. Gen 9.13: „Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Zeichen des Bundes werden zwischen mir und der Erde.“ – Ich freue mich über jeden Regenbogen, den ich sehe; und auch wenn ich weiß, dass die Regentropfen das Licht der Sonne reflektieren, es ist für mich: Gott sagt: Ich vergesse euch nicht! Mein Bund bleibt.

Sr. Franziska v. Dohlen