Beitragsbild Sonntagsimpulse

SONNTAGSIMPULS 31.03.2024

Ostersonntag

„… sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen müsse.“ – Joh 20.9

Lied
„Christ ist erstanden von der Marter alle …“ – GL 318

Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott, am heutigen Tag hast du durch deinen Sohn den Tod besiegt und uns den Zugang zum ewigen Leben erschlossen. Darum begehen wir in Freude das Fest seiner Auferstehung. Schaffe uns neu durch deinen Geist, damit auch wir auferstehen und im Licht des Lebens wandeln. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Evangelium Joh 20.1 – 19
1Am ersten Tag der Woche kam Maria von Mágdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. 2Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben. 3Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; 4sie liefen beide zusammen, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. 5Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein. 6Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen 7und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. 8Da ging auch der andere Jünger, der als Erster an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. 9Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen müsse.

Foto © Sr. M. Franziska: Osterkerze aus dem Jahr 2010 in der Pfarrkirche Ampfing

Betrachtung
Als ich zum ersten Mal eine Osterpredigt vorbereitet habe, bemerkte ich plötzlich, dass es gar nicht so einfach ist; dass am Karfreitag predigten eigentlich leichter ist. Warum? – Ganz einfach: das Leid haben wir alle schon irgendwann einmal kennengelernt. Und es ist offensichtlich auf der Welt. Aber wer sagt von sich schon, dass er oder sie Zeuge der Auferstehung ist? – Und genau das ist unser Auftrag als Christen. Und jetzt? – Die Ostererzählungen der Evangelien sind keine Berichte so wie sie in der Zeitung stehen, sondern Erzählungen. Als „es passiert“ ist, war niemand dabei. Nur Matthäus schreibt, dass Pilatus das Grab bewachen ließ und dass ein Engel vor den Augen der Frauen den Stein weggewälzt habe. Aber Jesus wird zunächst von niemand gesehen, von ihm heißt es nur: er ist nicht hier. – Matthias Grünewald hat das auf seinem berühmten Isenheimer Altar ins Bild gesetzt: die umgestürzten Wachen, die aber nichts sehen. Der aus dem Grab fahrende Christus ist auf der Osterkerze in Ampfing von 2010 kopiert. – So ist es oft: das Wirken Gottes bleibt verborgen, aber wenn es geschehen ist, ist es nicht mehr zu übersehen. Die Ostererfahrung, die Begegnung mit dem Auferstandenen kann nur erfahren, bezeugt und erzählt werden. – Die Jünger gehen zum Grab, sie sehen nur das leere Grab, ihn selbst nicht. – Es zieht sich durch alle Ostergeschichten der Evangelien, dass die Ostererfahrung die Begegnung mit dem Auferstandenen ist, der sich gleichzeitig immer wieder entzieht: ER kann nicht festgehalten werden, ER kann erfahren werden, ER kann nicht bewiesen werden, ER kann sich nur als der erweisen, der das Leben trägt im Tod und im Leben. Halleluja!

Sr. Franziska v. Dohlen